Eine Katze kommt in’s Haus

In guter Gesellschaft

 

Sollten Sie Ihre Liebe zur Katze - dem Haustier Nr. 1, von dem bereits 7,5 Mill. in deutschen Haushalten leben - entdeckt haben, so befinden Sie sich in bester Gesellschaft. Berühmte Persönlichkeiten wie George Washington, Albert Einstein, Albert Schweitzer, Winston Churchill, Peter Frankenfeld, Gracia Patricia und viele mehr waren von Katzen fasziniert.

 

Kein anderes Haustier hat je so die Phantasie des Menschen angeregt, keines so gegensätzliche Gefühle geweckt und kein Haustier blieb solange unverstanden wie die liebenswerte Leisetreterin an der nichts Unheimliches ist. Sie ist keine unnahbare Göttin, kein böser Dämon, sie ist einfach ein ideales Haustier. Die Gefährtin für Individualisten, feinfühlige Partnerin für Sensible, "emanzipierte" Genossin überzeugter Demokraten, Entspannungshelferin des Gestressten mit viel Zärtlichkeit zu ihrem Menschen, der es versteht mit ihr zu leben.

 

 

Die Partnerschaft

 

Bevor Sie diese Partnerschaft eingehen,sollten Sie sich noch einige Fragen beantworten.

 

* Haben Sie sich für die Katze entschieden nur wegen ihrer Pflegeleichtigkeit, weil sie nicht ständig Ihre Gesellschaft braucht, nicht Gassi geführt werden muss und keine Steuer kostet?

 

* Haben Sie das Einverständnis Ihres Vermieters, sofern Sie nicht stolzer Hausbesitzer sind?* Sind Sie sicher, dass niemand in der Familie an einer Katzenallergie leidet?

 

* Sind Sie sich bewusst, dass eine Katze Sie viele „Mäuse" kostet? Auch wenn Sie sie geschenkt bekommen, müssen Sie im Laufe eines Jahres mit ca. 500 € für Futter, Streu und Tierarzt rechnen.

 

* Umgeben Sie sich mit wertvollen Polstern und Einrichtungsgegenständen? Katzen haben Krallen und setzen sie manchmal auch am Teppich oder den Polstermöbel ein auch wenn ein Kratzbaum zur Verfügung steht. Die Amputation der Krallen kommt nicht in Frage, da sie Tierquälerei ist. Bei den Katzenspielen ohne Grenzen über Tische und Regale kann auch schon mal ein Stück zu Bruch gehen, gleichwohl Katzen sehr geschickte Springer sind. Wer ein Fell hat muss dies auch wechseln! Katzenhaare gehören zum ständigen Begleiter ihrer Polster und Teppiche. Auch ein Haar in der Suppe darf Sie nicht abschrecken.

 

Wollten Sie eigentlich lieber einen Hund, den Sie aber aus Platz -und Zeitgründen nicht halten können? Die eigenwillige Katze ist hier nicht der Ersatz. Von ihr können Sie keinen absoluten Gehorsam verlangen. Einem Hund können Sie einen bestimmten Platz zuweisen, eine Katze nimmt die ganze Wohnung in Besitz, im Zweifelsfall auch Ihren Lieblingssessel, den Sie dann eben an sie abtreten müssen.

 

* Haben Sie genügend Zeit für die Katze? Katzen sehen im Menschen nicht nur den "Dosenöffner", sondern die Bezugsperson. Eine Katze bindet sich an ihren Menschen enger als an jede andere Katze. Ohne genügend Zuwendung kümmert sie dahin, wird aggressiv oder unsauber. Katzen wollen gleichberechtigte Partner sein, sie entziehen sich Besitzansprüchen wie emanzipierte Frauen.

 

* Sind Sie bereit, auch Opfer zu bringen? 15 Jahre, oder mehr, dauert ein Katzenleben. Auch im Urlaub! Können Sie die Katze dann mitnehmen oder haben Sie jemanden, der sie gut betreut während Ihrer Abwesenheit? Wären Sie auch bereit, wegen einer kranken Katze auf Ihren Urlaub zu verzichten?

 

 

 

Woher nehmen?

 

Steht nun Ihr "JA" zur Katze noch immer fest, so stellt sich die Frage woher und wen, denn die "Katze im Sack" wollen Sie ja nicht. Haben Sie sich für eine Rassekatze entschieden, so sollten Sie diese nur beim Züchter kaufen, niemals im Zoogeschäft. Aber Züchter ist nicht gleich Züchter! Hüten Sie sich vor wilden "Züchtern", die in ihren "Zuchtkatzen" die Geldkatze entdeckt haben. Die zum Teil in dunklen Kellern oder Käfigen aus ihren Katzen Wurfmaschinen machen. Bei solchen Massenzüchtern erhalten Sie ein Jungtier zwar meist günstig, dafür aber ohne Stammbaum, ungeimpft und meist krank. Die dann anfallenden Tierarztkosten müssen Sie tragen, denn das kleine Geschöpf ist Ihnen inzwischen ans Herz gewachsen und Sie möchten es nicht verlieren. Für den "Geldkatzenzüchter" sind die Jungkatzen nur eine Ware, für die er keine Garantie übernimmt. Ein seriöser Züchter zeichnet sich dadurch aus, dass er einem Verein angeschlossen ist und seine Jungtiere nie ohne Papiere und Impfungen (in einem Impfpass vom Tierarzt bestätigt) abgibt. Seine Katzen leben mit ihm in der Wohnung, bei ihm herrscht keine sterile Sauberkeit aber er achtet auf Hygiene und wird kein krankes oder ungeimpftes Tier aus seiner Obhut entlassen. Er nimmt sich viel Zeit für Sie, da es für ihn wichtig ist zu wissen, in welche Hände seine Tiere kommen. Daher wird er auch nie an eineZoohandlung verkaufen. Er wird mit Ihnen einen Schutzvertrag abschließen, der Rechte und Pflichten beider Teile zum Wohle der Katze beinhaltet.

 

 

 

Welches Kätzchen soll es sein?

 

Nachdem Sie sich für eine Rasse entschieden haben, entweder durch den Besuch von Katzenausstellungen - sie bieten die Möglichkeit sich über die Vielfalt der Rassen zu informieren als auch erste Kontakte und Gespräche mit Züchtern zu führen - oder entsprechende Katzenbücher, suchen Sie einen Züchter. Adressen vermittelt Ihnen der HEC e.V: gerne. Sie sollten sich jedoch im Klaren sein, dass der Züchter nicht gerade um die Ecke wohnt. Bei nicht zu häufig ge-züchteten Rassen können es schon einige hundert Kilometer sein. Diesen Weg sollten Sie aber nicht scheuen, schließlich wollen Sie einen Partner für mindestens das nächste Jahrzehnt. Nun sitzen Sie beim Züchter, umgeben von einem Wurf Katzenkinder nebst Mutter - vielleicht auch dem Vater und dem Rest im Haus gehaltener Katzen - eines entzückender als das andere. Sie haben die Qual der Wahl. Dass die Kleinen gesund sind, haben Sie überprüft: Sie sind munter, springlebendig, neugierig,lassen sich mit einem Stück Bindfaden gerne zum Spielen animieren und hocken nicht apathisch in einer Ecke. Ihr Fell ist weich und glänzend, die Augen klar und das Näschen sauber und unverschleimt. Das Hinterteil ist weder rot entzündet noch kotverschmiert. Die Kleinen erklimmen Ihren Schoß und Sie haben die Gelegenheit, den Körper zu befühlen. Er ist straff und fest, nicht hart oder geschwollen wie bei einem kranken Kätzchen. Jetzt können Sie die Gesundheit auch riechen, es riecht pelzig frisch, einfach angenehm. Nun sehen Sie auch, dass weder kahle noch wunde Stellen im Fell zu finden sind, die auf Parasiten oder Pilzbefall hindeuten. Werden die Kleinen nun etwas müde und gähnen, haben Sie die Chance, sich von der Farbe der Schleimhäute zu überzeugen, die weder stark gerötet noch blass sind. Sollten Sie nun nicht zum Züchter gegangen sein, um eine Katze in einer bestimmten Farbe zu erwerben und sitzen nun völlig ratlos zwischen der Kinderschar, dann überlassen Sie den Kätzchen die Wahl. Entscheiden Sie sich für das Jungtier, welches sich besonders zu Ihnen hingezogen fühlt und Ihre Nähe sucht. Solch eine "Adoption", die von der Katze ausgeht, ist eine gute Basis für die Mensch/Katze-Beziehung.

 

 

 

14 Wochen müssen es schon sein!

 

Nun haben Sie Ihre Katze gefunden. Mitnehmen können Sie sie in den meisten Fällen noch nicht, denn sie muss mindestens 14 Wochen alt sein. Dann ist sie von der Mutter völlig entwöhnt und kann auf eigenen Beinen stehen. Auch die nötigen Grundimpfungen sind frühestens zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen. Oft behält ein Züchter die Jungtiere auch noch über diesen Zeitpunkt, um eventuelle Impfreaktionen abzuwarten. Je länger ein Züchter seine Jungtiere umsorgt, so verantwortungsvoller handelt er dem Tier gegenüber als auch dem Käufer. Jungtiere zu früh, d.h. unter 14 Wochen abzugeben, zeugt von Verantwortungslosigkeit!

 

 

Die unbedingt nötigen Impfungen:

 

Alle Impfungen müssen in einem vom Tierarzt bestätigten Impfpass nachgewiesen werden. Der Impfpass ist wie Stammbaum und Besitztransfer "ein Teil" der Katze. Katzenseuche: Grundimmunisierung 2 x im Abstand von 2 Wochen, danach 1 x jährlich zur Auffrischung Katzenschnupfen: Grundimmunisierung 2 x im Abstand von 2 Wochen, danach 1 x jährlich zur Auffrischung. Beide Impfungen können als Kombinationsimpfung gegeben werden, jedoch frühestens im Alter von 9 Wochen, da erst ab diesem Zeitpunkt ein eigenes Immunsystem aufgebaut wird und verstärkt eigene Antikörper gebildet werden, die vor einer späteren Infektion schützen. Diese beiden Impfungen sind Pflichtimpfungen, ohne die kein Züchter des HEC e.V. seine Jungtiere abgeben darf. Dazu sollten Sie auf eine Impfung gegen Leukose achten. Der verantwortungsvolle Züchter scheut jedoch diese Mehrkosten nicht, um seine Tiere vor dieser unheilbaren, tödlichen Virusinfektion zu schützen. Auch auf rassespezifische Tests der Elterntiere oder Kitten sollten Sie achten (Züchter befragen). Weitere Impfungen: Tollwut - für Tiere mit Auslauf und Ausstellungskatzen bzw. Grenzübertritt (z.B. Urlaubsreise) ist zwingend. Für Urlaubsreisen benötigt Ihre Katze einen EU-Impfpass und muss gechipt sein ein kleiner Transponder wird unter der Haut eingebracht. Er ist der „Personalausweis“ für Ihre Katze. Bei z. B. Tasso registriert wird Ihre Katze immer zu finden sein. Chlamydien: als zusätzlicher Schnupfenimpfschutz FIP (Feline infektiöse Peritonitis): ein neueres Impfserum, um eine weitere tödliche Virusinfektion zu verhindern. Vor jeder Impfung ist eine Wurmkur zwingend notwendig, da Wurmgifte die Wirkung einer Impfung völlig blockieren können.

 

 

 

Im neuen Zuhause

 

Nach langer, reiflicher Überlegung und vielleicht auch einigen Besuchen bei Ihren Katzenkindern haben Sie nun die Wahl getroffen. Dies und kein Anderes soll es sein! Nun endlich ist der Tag gekommen, an dem Sie Ihren kleinen Schnurrer beim Züchter abholen können. Tun Sie dies möglichst zum Wochenende hin, denn die ersten Tage sollte man schon viel Zeit für das Kätzchen haben. An den sicheren Transportkorb haben Sie auch gedacht! Er kann aus Weide geflochten sein oder aus Kunststoff. Hier entscheidet Ihr Geschmack, wobei Sie dem Kunststoff aber den Vorrang geben sollten. Schließlich brauchen Sie ihn nicht nur für diesen einen Tag, sondern auch zum späteren Tierarztgang, hoffentlich nur zur Impfung. Kunststoff lässt sich mit heißem Wasser leicht reinigen und desinfizieren. Ungesichert, nur auf dem Arm, sollten Sie die Katze nie tragen. Sie könnte erschrecken und vom Arm springen, vielleicht gerade vor ein Auto. Auch im Auto gehört die Katze in einen verschlossenen Tragekorb. Sie kann sonst für Sie zu einer großen Gefahr werden. Zu Hause haben Sie alle Vorbereitungen getroffen:

 

* Eine Katzentoilette steht gefüllt bereit - zweckmäßig im Bad und mit einer Haube versehen, denn so manche Katze lässt sich bei ihrem Geschäft nicht gerne zusehen.

 

* Kratzbaum, möglichst mit einer Liegefläche, ist in Ihrem Wohnbereich aufgebaut, denn die Katze möchte in Ihrer Nähe sein und alles von einem erhöhten Platz beobachten können.

 

* Futter- und Trinknapf steht in der Küche.

 

* Giftige Pflanzen und Putzmittel sind für die Katze unzugänglich aufbewahrt. Zu den giftigen Pflanzen gehören: Maiglöckchen, Schneeglöckchen, Primeln, Hyazinthen, Euphorbien, Calla, Diefenbachia, einige Farne etc. Mit einem Topf jungen Grases oder ausgesätem Weizen können Sie der Katze ihre eigene Wiese schaffen und sie vom Knabbern an den Pflanzen abhalten. Auch sollten Sie keine Aspirintablette oder Zigaretten achtlos auf dem Tisch liegen lassen. Ein "kindersicherer" Haushalt ist auch ein "katzensicherer" Haushalt.

 

* Fenster und Balkon sind durch Katzennetze sicher gemacht. Der Fachhandel bietet hier viele Möglichkeiten Ihrer Katze Luft und Sonne zu geben, aber sie auch vor den Gefahren zu schützen. So manche Katze hat schon in einem angekippten Fenster den sicheren Tod gefunden. Dass, Sie Ihrer Katze keinen freien Auslauf gewähren, muss bei all den damit verbunden Gefahren, wohl nicht erwähnt werden.

 

* Kamm oder Bürste, je nach Rasse und deren Pflegebedürfnis, liegen ebenso bereit wie einige Spielsachen. Hier muss es nicht das Teuere sein, auch ein Tischtennisball, leere Garnrollen oder Sektkorken sind beliebte Jagdobjekte. In Papiertüten und Kartons kann man sich herrlich verstecken und sie werden oft zum Lieblingsplatz. Gewarnt werden muss jedoch vor Kunststoffgeschenkband oder zu leicht zu "zerpflückenden" Kunststoffteilen. Hier besteht durch Verschlucken eine ernste Gefahr.

 

 

 

Die ersten Stunden

 

Nun haben Sie Ihr Katzenkind endlich bei sich in der Familie. Die ganze Verwandtschaft haben Sie zu diesem Tag noch nicht eingeladen und auch die Kinder verzichten, zu diesem besonderen Anlass, auf die Klassenkameraden und die Stereoanlage läuft auf Zimmerlautstärke. Auch wenn die Kleine aus einem Haus mit Kindern und Hunden stammt, so ist dieser "Umzug" für sie ein großer Stress. Sie fühlt sich alleine, von Mutter und Geschwistern verlassen und alles ist ihr fremd. Geben Sie ihr das Recht, alles in Ruhe zu begutachten. Öffnen Sie die Tür des Tragekorbes und schauen entspannt, vom Sessel aus zu, was passiert. Katzen sind sehr neugierig und somit wird sie sehr bald den Korb verlassen. Sprechen Sie leise mit ihr - so gewöhnt sie sich an die Stimme. Rufen Sie sie beim Namen, so wie sie bei Ihnen heißen soll - oft wird aus dem hochtrabenden Stammbaumnamen eine einfache "Mimi"! Katzen hören übrigens gern auf Namen mit "i" oder "u". Zeigen Sie ihr dann die Katzentoilette und das Futter (halten Sie sich an die Futterempfehlungen des Züchters!). Macht das kleine Samtpfötchen gleich von beidem Gebrauch, so ist der Bann sofort gebrochen. Zweckmäßigerweise stellen Sie für die ersten Tage alles zusammen in einen Raum, von dem aus dann peu à peudie ganze Wohnung ergründet wird. Dies ist normalerweise nach 1-2 Tagen abgeschlossen, es sei denn, Sie besitzen ein Schloss.

 

 

 

Was Kätzchen nicht lernt ......

 

Vieles hat das Kätzchen schon von seiner Mutter gelernt, auch der Züchter hat schon einigesbeigetragen. Nun liegt es an Ihnen, sich um die weitere Erziehung zu kümmern - und Katzen haben diesbezüglich einen miserablen Ruf. Zu Unrecht - mit Geduld, Einfühlungsvermögen, Diplomatie und Liebe erreichen Sie viel. Trotzdem dürfen Sie nie den Maßstab beim Hund anlegen. Für solchen Gehorsam sind Katzen zu eigenwillige Persönlichkeiten. Gardinen sind für Katzenkinder verlockende Kletterobjekte. Ein lautes "Nein" oder Händeklatschen (kein Beifall) verleidet meist den Spaß an kleinen Untugenden. Auch eine Wasserspritze wirkt wie eine Strafe Gottes. Schläge und nachträgliches Tadeln sind völlig fehl am Platz, sie zerstören höchstens das Vertrauen. Katzen lieben oft die Schlafstätte ihres Menschen. Hier gibt es nur das konsequente Aussperren - vielleicht vergisst sie die weichen Kissen - oder Sie teilen das Kopfkissen. Für viele Menschen ist das sanfte Schnurren dann die schönste Einschlafmelodie.

 

* Auch der Besuch von "Mimi" auf dem Esstisch ist nur mit Konsequenz und "nein" zu unterbinden. So oft die Katze auf den Tisch springt, so oft setzt man sie wieder auf den Boden. Zur Belohnung gibt es dann ein Leckerchen auf dem Boden. Bei viel Glück haben Sie die besseren Nerven. Zur Ihrer Beruhigung: Es gibt auch viele Katzen die keinerlei Interesse an menschlichen Tischgenüssen zeigen.

 

* Mit dem Katzenklo gibt es normalerweise keine Probleme, denn Katzenkinder lernen schon sehr früh von ihrer Mutter wozu diese "Klümpchen" dienen. Sollte es doch zu Unsauberkeit kommen, liegt es vielleicht an der Katzentoilette selbst - sie steht nicht kippsicher, der Rand ist zu hoch oder sie haben eventuell eine heikle Katze erwischt die es mit der Sauberkeit ganz genau nimmt und ihre Toilette nur einmal benutzt. Bieten Sie ihr dann eben zwei an.

 

 

 

Der Umgang miteinander

 

Katzen sehen "ihren" Menschen als eine Art Mitkatze an. Daher sollten Sie auch einige "Kätzische" Tabu-Regeln befolgen:

 

* Schlagen verbietet sich von selbst. Eine so behandelte Katze schlägt im geeigneten Moment zurück.

 

* Der Griff ins Nackenfell ist allein der Katzenmutter vorbehalten. Von Ihnen ausgeführt kann er zu inneren Verletzungen führen. Korrektes Hochheben: eine Hand unter den Körper, knapp unterhalb der Vorderbeine, die andere Hand stützt die Hinterläufe. Auch beim Absetzen sollte man sie wieder auf alle vier Pfoten stellen.

 

* Woran sich der Prophet Mohammed bei seiner Katze Muessa hielt, sollten auch Sie sich halten. Zwar müssen Sie nicht gleich den Ärmel aus Ihrer Bluse trennen aber den Schlaf der Katze sollten Sie unbedingt respektieren da, es ihre Lieblingsbeschäftigung ist. Zwischen 10 und 15 Stunden täglich bringt sie dösend, dämmernd, schlafend zu.

 

* Neckereien versteht ihre Katze nun gar nicht, da ihr der menschliche Humor fehlt und am Schwanz ziehen findet sie nicht zum lachen.

 

* "Freiheitsberaubung" ist ein schlimmer Verstoß, es sei denn zum Schutz im äußersten Notfall. Halten Sie niemals die Katze gegen ihren Willen fest.

 

* Hektik, lautes Poltern und unkontrollierte Bewegungen gehören nicht zum guten Ton. Es ist für eine Katze schmerzhaft, getreten oder eingeklemmt zu werden.

 

* Missachtung nimmt eine Schmusekatze übel. Aber Zärtlichkeit will sie auch nicht aufgedrängt haben. Sie zeigt, wann sie es will; sie ist kein Plüschtier.

 

 

 

Wenn der Sex sich regt ......

 

Aus Ihrem "Baby" wird nun eine erwachsene Katze. Dies geschieht je nach Rasse mit ca. 5 bis 9 Monaten. Kurzhaarkatzen orientieren sich meist zur unteren Grenze hin, während die Langhaarigen sich zur oberen und darüber orientieren. Bei einer Kätzin äußert sich das Sexerwachen mit Unruhe; sie zeigt vermehrtes Zärtlichkeitsbedürfnis, umtänzelt Sie mit hochgerecktem Hinterteil, dabei den Schwanz zur Seite gestellt und die Vorderbeine eingeknickt. Sie rolltsich auf dem Boden - daher auch der Ausdruck "Rolligkeit". Ihren Wunsch nach Sex drückt sie mit gurrenden Lauten aus. Dieses "Singen" mancher Katzenrassen kann ein Nachtgespenst vor Neid erblassen lassen. Dieser Zustand hält etwa 3-7 Tage an und wiederholt sich ca. 3-5 x jährlich, kann sich aber auch zur Dauerrolligkeit (ständig wiederkehrend) steigern. Dabei lehnt sie jedes Futter ab, magert stark ab, wird launisch und zeitweise unsauber. Gebärmutterent-zündungen sind oft die Folge. Bei einem Kater sehen Sie dieses "Erwachen werden" weniger als Sie es riechen. Die Kat-zentoilette riecht unangenehm stark - zu Anfang nur die Toilette, später aber nehmen auch Polstermöbel oder gar die ganze Wohnung diesen "männlichen Katergeruch" an. Für unsere Nasen keinangenehmes Dufterlebnis. Ihr Kater wird mürrisch und aufsässig. Oft sehen Sie ihn dann mit erhobenem, zitterndem Schwanz an Schrank oder Gardine stehen - er spritzt! Ein natürliches Verhalten eines erwachsenen Katers, der so sein Revier markiert, welches zugleich Ihre Wohnung ist.In beiden Fällen gibt es nur eine Möglichkeit, die keinem Beteiligtem schadet, aber Allen nutzt - die Kastration! Diese muss natürlich von einem erfahrenen Kleintierarzt ausgeführt werden. Für ihn ist es eine Routinesache. Die Operation wird in Narkose durchgeführt und bedeutet für das Tier kein Risiko.

 

 

 

Nichts kann dagegen sprechen

 

Sex hat bei Katzen nur mit Trieben, nichts mit Liebe zu tun!Noch immer gibt es hartnäckige Vorurteile gegen die Kastration. Aber allekönnen widerlegt werden: Die Kastration nimmt den Tieren weder die Lebensfreude, noch macht sie sie zu mürrischen an Nichts mehr interessierten Geschöpfen. Im Gegenteil: sie spielen, toben, schnurren, schmusen und freuen sich ihres Lebens mehr denn zuvor. Auch beim weiblichen Tier ist es keine gefährliche Operation sondern ein ganz normaler Routineeingriff. Kastrierte Tiere werden auch nicht fett und träge, sie sind nur zu besseren Futterverwer-tern geworden. Kürzen Sie die Futtermenge etwas und Ihre Katze bleibt rank und schlank wie zuvor. Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis, dass kastrierte Kater eher zu Harnleiden, besonders zu Harnsteinbildung neigen, als unkastrierte Tiere. Auch sind kastrierte Kätzinnen nicht krankheitsanfälliger. Im Gegenteil, sie sind gesünder, da sie den Trieb der Rolligkeit nicht überwinden müssen. Alles spricht für die Kastration: Die Tiere sind gesünder, sie haben ein schönes Fell und leben ungefährlicher. Sie sind ausgeglichener, zärtlicher und "ihrem" Menschen gegenüber meist viel anhänglicher.

 

 

 

Oder doch unter die Züchter?

 

Wenn Sie sich nun doch dem Hobby Katzenzüchten verschreiben wollen, sollten Sie dies nur mit dem Rat erfahrener Fachleute aus seriösen Vereinentun. Der Hessische Edelkatzen Club e.V. bietet über ganz eutschland verteilt, ideale An-sprechpartner in Sachen Katze. Katzenzucht kann nur ein Hobby sein, reich werden können Sie damit nicht. Im Gegen-teil, wie jedes Hobby kostet es viel Geld. Mit der Anschaffung zuchtgeeigneter Tiere, auch wenn Sie noch so teuer waren, ist es nicht getan. Eine Katze "sich vermehren zu lassen" heißt noch nicht züchten. Ehe Sie sich der Zucht verschreiben, müssen Sie sich mit der Rasse engstens vertraut machen. Dies geschieht am besten im Zusammenleben. Wenn Sie einige Jahre mit "Ihrer" Rasse zusammen waren, wissen Sie, wovon Sie reden. Sie haben sich einem Verein angeschlossen, um mit erfahrenen Züchtern Meinungen auszutauschen, mehrere Ausstellungen besucht um Katzen in gleicher Rasse und Farbe mit Ihrer zu vergleichen. Sie haben Ausstellungskataloge genau gelesen, um eventuelle Vorfahren oder Geschwister Ihrer Katze zu sehen und zu beurteilen. Der "Standard" (Beschreibung der Idealvorstellung der Rasse) ist Ihnen inzwischen auch geläufig und die notwendigen Genetikkenntnisse machen Ihnen auch keine Probleme mehr. Wenn Ihnen nun auch klar ist, dass es mit dem landläufigen "Katzenwerfen" doch oft nicht so einfach ist, Geburt und Aufzucht zum Teil viel Zeit kostet (vielleicht mehr als Sie erübrigen können) mit schlaflosen Nächten und unruhigen Tagen, dann wünschen wir Ihnen viel Freude bei der Aufzucht des kätzischen Nachwuchses als seriöser Züch-ter.

 

 

 

Wie alt werden Katzen?

 

Im Volksmund entspricht ein Katzenjahr 7 Menschenjahren. Betrachtet mandie Wachstums- und Erwachsenenphase jedoch getrennt, so werden Katzenkinder viel schneller erwachsen als der Mensch. Ab dem zweiten Lebensjahr zählt jedes Katzenjahr wie 4 Menschenjahre. Wissenschaftler und Tierärzte gehen davon aus, dass bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 14 Jahren, Katzen etwa ab dem siebten bis achten Lebensjahr in die "zweite Lebenshälfte" kommen. Hat die Katze das zehnte Lebensjahr überschritten, so ist keine eindeutige Alterszuordnung mehr möglich, denn wie auch beiuns Menschen gibt es vitale, junggebliebene Senioren. Im Gegensatz zum Hund sind bei Katzen auch im fortgeschrittenen Alter kaum äußere Anzeichen hierfür sichtbar. So könnte Muskulatur, Fell und Gesamtkonstitution einer 14-jährigen, gesunden Katze durchaus mit einer erheblich jüngeren Katze Schritt halten. Auch die Eleganz und Geschmeidigkeit sowie das Reaktionsvermögen bleiben lange erhalten. Viele Katzen sind bis ins höchste Alter voll leistungsfähig und sogar bei mehr als 20 jährigen Katzen sind häufigkeinerlei Anzeichen einer Senilität festzustellen. Man geht davon aus, dass die maximale, genetisch bedingte Lebensspanne der Hauskatze bei 28 Jahren liegt. Es gibt aber auch Berichte über Katzen, die 35 bzw. 36 Jahre alt wurden!

 

HEC Hessischer Edelkatzen Club e.V. [-cartcount]